Oberfränkische Leichtathletik Meisterschaften unter Hygienemaßnahmen trotz geringer Starterfelder ein Erfolg

Ein großer Erfolg waren die Oberfränkischen Leichtathletik Meisterschaften für den Bezirk in Bamberg. Trotz aller Corona bedingten Widrigkeiten war es der ausrichtenden LG Bamberg, mit der Unterstützung des Oberfränkischen Leichtathletik Verband, gelungen eine Meisterschaft für Männer/Frauen sowie Jugend und Schüler, im Fuchsparkstadion stattfinden zu lassen. Erst seit Anfang Juli waren in Bayern wieder Leichtathletik Wettkämpfe erlaubt und die Stadt Bamberg war bereit, unter Einhaltung aller Auflagen die Sportanlage freizugeben. Andere Ausrichter fanden sich zu dem Zeitpunkt noch nicht und so wickelten die Oberfranken ihre Meisterschaften an zwei aufeinanderfolgenden Tagen erfolgreich ab. Nur das Wetter machte den Athleten das Leben schwer. Am Samstag wurde unter brütender Hitze gestartet und am Sonntag mit Starkregen und unter Blitz und Donner.

Die verschiedenen Altersklassen der Leichtathletik Gemeinschaft Forchheim (LG) nutzten diese vielleicht einmalige Gelegenheit, erstmals in der Saison an den Start zu gehen. Waren die Erwachsenen bereits in den vergangenen drei Wochen schon auf einigen Wettbewerben, ging es für die Jüngeren erstmals in auf die Rundbahn. Die Forchheimer agierten trotz der ungewöhnlichen Saison, mit mehreren Wochen Trainingsunterbrechungen, sehr erfolgreich. Die neun Oberfränkischen Titel, 10 Silbermedaillen und sechs Bronzemedaillen bewiesen den Trainingsfleiß im Heimtraining im Lockdown, zumal von den 20 Startern zwei Drittel mit neuen Bestleistungen nach Hause kam.

Mit drei Titeln war Moritz Hecht der Goldhamster bei den Herren, er hielt gleich dreimal die starke Bamberger Konkurrenz in Schach und näherte sich seiner letztjährigen Form wieder langsam an. Mit 11.21s über 100m, 22.55s über die 200m und 50.04s über die Stadionrunde bewiese er wieder einmal seine Wettkampfhärte und bestätigt seinen Aufwärtstrend der letzten Wochen. Trainer Jan Schindzielorz, der zunächst mit einem starken Start über die 100m der Konkurrenz überzeugte, musste den Lauf wegen eines Krampfs abbrechen, zog sich aber keine Verletzung zu, verzichtete aber vorsichtshalber auf weitere Starts. Mit 11.66s meldete sich in diesem Lauf auch Mario Gößwein erfolgreich zurück und wurde sechster des starken Teilnehmerfeldes.

Bei den Frauen war es Janina Buck, die mit zwei Oberfränkischen Titeln und einem Silberplatz glänzte. Erstmals wurde sie im starken Teilnehmerfeld auch Meisterin und kämpfte um jeden Zentimeter. Im Weitsprung gelang ihr eine weitere neue Bestmarke mit 5,69m, die sie auf Rang zwei der Bayerischen Bestenliste katapultierte. Im 100m Sprint duellierte sie sich bis zuletzt mit Trainingskollegin Katharina Eckner und Lisa Koßmann von der LG Bamberg, behielt aber in 12.66s die Nase vorn. Über die 200m konnte sie letztere nicht ganz in Schach halten und wurde im Finish noch abgefangen. Bei starkem Gewitterregen erreichte sie dennoch 26,39s und wurde Zweite. Katharina Eckner überzeugte mit zwei dritten Plätzen. Mit 12,73s über die 100m und mit 26.61s über die doppelte Distanz gelang ihr nicht nur eine neue Bestleistung, sondern unterstrich auch ihre Topform.  Seniorin und Damentrainerin Christine Priegelmeir nahm ebenfalls wieder Fahrt auf. Mit 13.11s und 26.83s knüpfte die 39jährige wieder an ihre letztjährige Form an und hielt viele jüngere Starterinnen mit zwei vierten Plätzen auf Abstand. Mit Cosima Gundermann, die im Speerwurf bei noch trockenem Wetter werfen konnte, rundete ein Wurf jenseits der 40m das hervorragende Ergebnis ab. Sie wurde mit 40,36m ausgezeichnete Zweite.

Für Furore sorgten aber die Jugend- und Schülerklassen. Hier ging aus Forchheimer Sicht die Post ab. Mit Henrik Hoffmann (14) steht ein neues hoffnungsvolles Talent in den Schülerreihen der LG. Er schwang sich mit 11.85s über die 80m Hürden auf den Oberfranken Thron und ist damit auch Medaillenkandidat für die Bayerische Meisterschaft. Auch im 100m Sprint blieb er mit 11.97s erstmals unter der 12s Marke und kam damit knapp geschlagen auf Rang zwei. Mit einem fulminanten Satz von 5,92m schrammte er an der 6m Marke nur knapp vorbei, verbesserte sich um fast 10cm und belegte schlussendlich Rang zwei und hatte drei neue Bestmarken stehen. Damit erreichte er unter anderem auch in allen drei Disziplinen die Kadernorm für den Nachwuchskader Bayern.

Max Hoffmann (16) musste sich im ersten Jugendjahr mit der auch ein Jahr älteren Konkurrenz auseinandersetzen, was ihm sehr gut gelang. Über 200m setzte er sich bei sintflutartigen Regenfällen mit guten 24.95s durch und wurde erstmals Oberfränkischer Meister in dieser Disziplin. Mit 12,16s im 100m Sprint erreichte er ebenfalls eine neue Bestleistung und wurde damit vierter. Mit 5,51m im Weitsprung, bei dem er mit großen Anlaufproblemen zu kämpfen hatte, erreichte er zuvor den zweiten Platz.  Team und Staffelkollege Johannes Sladek (16) überzeugte im Speerwurf mit schönen 36,54m und Rang drei. Er musste erstmals mit dem schweren und viel längeren 700gr Speer antreten, was ihm bei dem nassen und glitschigen Untergrund, sowie fehlenden Werferschuhen sichtlich schwerfiel, sonst wäre noch mehr drin gewesen. Mit neuer Bestmarke von 12.11s sprintete er sich über die 100m zuvor auf den guten dritten Platz. Komplettiert wurde das gute Sprintergebnis mit Timo Bitter der mit 12.68s und Rang fünf aufwartete und dass Forchheimer Staffelquartett für die Bayerischen Jugendmeisterschaften im September vervollständigt. Staffeln durften bisher, aus Hygienegründen, leider aber noch nicht gelaufen werden.

Dem wollten die Schülerinnen in nichts nachstehen. Mit Emilia Dorn (15) hatten die Forchheimer ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Sie überzeugte mit zwei Bestmarken und hatte damit auch gleich die Qualifikationen für die Bayerischen im Sack. Über die 80m Hürden überzeugte sie mit 13.03s und wurde wie im Weitsprung mit 5,17m erste und Oberfränkische Meisterin. 13,62s über 100m und Platz zwei rundete sie ihren erfolgreichen Tag ab. Teamkollegin Klara Flake (15) verbesserte sich im Speerwurf (500gr.) auf schöne 24,43m und erreichte damit Platz zwei mit neuer Bestweite.

Mit den dreizehnjährigen Mädchen, die in der Altersklasse der 14jährigen ausnahmsweise starten durften, füllten die Forchheimer die Starterfelder auf und sie zeigten keineswegs Scheu vor der älteren Konkurrenz.

Lena Saffer bestätigte ihr enormes Sprinttalent und lief erstmals die 100m. Mit 13.40s und der verdienten Silbermedaille zeigte die junge Forchheimerin, dass noch einiges von ihr zu erwarten ist.  Lea Billes, die gleich an sechs Disziplinen an zwei Tagen an den Start ging, unterstrich ihre Mehrkampfambitionen. Mit 15.30s überraschte sie die Konkurrenz über die 80m Hürden und wurde zweite. Mit einem Riesensatz über 4,69m erreichte sie mit Bestweite den Dritten Rang. Mit 22,42m im Speer, 17,55m im Diskus und 8:06,30min über 2000m unterstrich sie ihre große Flexibilität.

Marie Sladek überzeugte überraschend im Hochsprung mit neuer Bestmarke und übersprungenen 1,40m und zeigte, dass sie Freude an der technisch anspruchsvollen Disziplin hat. Sie verbesserte sich damit um ganze 25cm und wurde mit der dritthöchsten gesprungenen Höhe auf Grund der Fehlversuchsregel gute vierte.