Die Forchheimer Leichtathleten räumen zahlreiche Titel bei den Nordbayerischen Hallenmeisterschaften ab.

 

FÜRTH – Erstmals standen gleich acht Athleten der LG Forchheim bei der Nordbayerischen Hallenmeisterschaften in der LAC Quelle Halle in Fürth ganz oben auf dem Podest und sorgten somit für das beste Ergebnis seit Bestehen der LG.

Nicht umsonst wurden die Forchheimer im letzten November für die beste Jugendarbeit im Bezirk Oberfrankens vom BLV ausgezeichnet. Die Arbeit die dahinter steckte war enorm, doch der Aufwand sollte sich gelohnt haben.

Erstmals räumten die Forchheimer in der Konkurrenz der Männer und Frauen so richtig ab.

Den Auftakt zum Stelldichein der vier nordbayerischen Bezirke Oberpfalz, Mittel-, Ober-, und Unterfranken, mit über 400 Athleten, machte Jan Schindzielorz über die 60m Hürden Distanz. Er meisterte die 1,067m hohen Hürden in 8,27s und holte sich den Hallentitel und hat damit sogar die Qualifikation für die Deutsche Hallenmeisterschaft in Dortmund gelöst. Obwohl der 39jährige LG Trainer eigentlich schon zum Club der Senioren gehört, konnten ihm die fast halb so alten Konkurrenten nicht folgen. Doch es sollte noch besser kommen. Der 20-jährige Moritz Hecht bestätigte seine in ihn gesetzten Erwartungen einmal mehr. Nicht nur, dass er erstmals unter der 7 Sekunden Marke über 60m in 6,97s blieb und Nordbayerischer Meister wurde, sondern über die 200m auch noch mit 21,87s eine weitere Bestleistung hinzufügte. Mit dieser siegte er nicht nur zum zweiten Mal, sondern hat damit ebenfalls die Qualifikation für Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen erreicht. Der abschließende Titelgewinn mit der 4x200m Staffel war das berühmte „Zuckerl“ obendrauf. Hier schlug er mit seine Teamkollegen Jan Schindzielorz, Mario Gößwein und Dominik Eckner in 1:31,04min zu und verwies die weiteren acht Staffelquartette auf die Ränge. Dominik Eckner überraschte zudem mit dem Titelgewinn im Weitsprung, mit neuer Hallenbestweite von 6,59m und ist damit auch ein Kandidat für das Podest bei den Bayerischen Titelkämpfen Ende Januar in München. Zuvor konnte Dominik den 60m Sprint in neuer Bestzeit von 7,25s seinen Vorlauf für sich entscheiden und mit Schindzielorz und Hecht zu Dritt erstmals in der Geschichte der LG mit drei Forchheimer Männern ins Finale ziehen. Hier zuckte er aber einen Wimpernschlag zu früh aus dem Block und wurde leider disqualifiziert. Altmeister Jan kam hier mit ausgezeichneten 7,24m auf den siebten Platz der insgesamt 57 Starter. Jano Schubert und Max Fenn waren im Hochsprung der Männerkonkurrenz angetreten und konnten mit 1,83m und 1,80m Platz vier und sechs belegen, waren damit aber nicht ganz zufrieden. Der Hochsprungwettbewerb musste in der Fürther Halle regelmäßig wegen der 60m Sprints unterbrochen werden, was der Sprungleistung aller Teilnehmer nicht gut tat. Auch der spätere Sieger hatte hier seine Probleme.

Mit Jonas Saffer (16) hatten die Forchheimer aber ein weiteres heißes Eisen am Start. Der junge Ausnahmesprinter, der dieses Jahr von der Schüler- in die Jugendklasse aufgerückt war, musste sich mit der bis zu ein Jahr älteren Konkurrenz auseinandersetzen. Schon im Vorlauf siegte er aber ohne Probleme mit riesigem Vorsprung in 7,32s und sprintete im Finale, unerwartet in überragenden 7,28s, auf den zweiten Platz, wobei es hier einen Fehlstart gab und er beim zweiten Startschuss einen schlechteren Start erwischte.

 

Erfolgreich schlugen sich auch die Damen der LG. Allen voran das 4x200m Quartett das mit zwei furiosen Schlussrunden die Konkurrenz aufrollte und den Sieg nach Forchheim holte. In der Besetzung Katharina Eckner, Janina Buck, Christine Priegelmeir und Lina Ende lieferten die Damen ein tolles Ergebnis mit Forchheimer Rekord in 1:45,19min ab und sind bestens für die Bayerische gerüstet und wollen es dort ebenfalls aufs Podest schaffen.

Einen feinen weiteren dritten Platz lieferte zudem Veronika Prell im Dreisprung ab. Die im letzten Jahr durch zahlreiche Verletzungen geplagte Springerin, konnte im Winter aber verletzungsfrei trainieren und lieferte mit 10,12 m ein unerwartetes gutes Ergebnis ab und knüpft damit an ihre alte Stärke an.

Janina Buck konnte im 60m Sprint mit im Vorlauf erzielten 8,14s ins Finale sprinten und wurde hier achtbar fünfte in 8,18s. Staffelkollegin Katharina Eckner verpasste den Endlauf als 9. nur hauchdünn in 8,18s und drückte damit aber ihre Bestleistung um mehr als drei Zehntel und löste damit das Ticket zur Landesmeisterschaft. Im 200m Sprint kam sie erstmals unter die 27s Marke und lief mit 26,95s eine hervorragende Bestzeit die in der Gesamtabrechnung Platz sieben einbrachte.

Bei Lina Ende platzte an diesem Tag der berühmte Knoten. Im Training hatte es sich in den letzten Wochen schon angedeutet, dass sie derzeit eine top Form hat. So sprintete sie über 60m in 8,20s nur knapp am Finale vorbei und im 200m Sprint verbesserte sie ihre bisherige Bestzeit um eine halbe Sekunde auf nunmehr 26,44s und verpasste das Siegerpodest nur um eine 1/100Sekunde. Damit hat sie ebenfalls das Ticket zur Landesmeisterschaft in der Tasche.

Trainerin und amtierende Senioreneuropameisterin W35 der Seniorinnen, Christine Priegelmeir, löste mit 8,32s über 60m und in 26,58s über 200m ebenfalls das begehrte Ticket und wurde über 200m damit hinter ihrem Schützling fünfte der 25 angetretenen Damen.

Viel Freude bereitete derzeit auch der Nachwuchs der LG, der sich erstmals bei der Jugendkonkurrenz präsentierte.

Alexandra Pöhlmann (16) sprintete in hervorragenden 8,42s als Zweite in ihrem Vorlauf über die Ziellinie und verpasste das B-Finale nur um einen Platz. Ihre Trainingskollegin Jana Wadepohl löste ihre Aufgabe mit Bravour. Sie startete erstmals in einem Wettkampf und kam auf Anhieb auf den zweiten Platz in ihrem Lauf mit 8,70s.

Bei den Jungs lieferte Richard Kariun (16) im 60m Sprint mit 7,79s eine neue Bestleistung mit dem Dritten Platz im Vorlauf ab, ebenso wie Luis Lippert (16) in 8,11s.