Hochmotiviert durch ihre Erfolge bei den nordbayerischen Hallenmeisterschaften reisten die Forchheimer Leichtathleten am Wochenende zu den Landesmeisterschaften nach München in die Lindehalle am Olympiastadion.

Besonders die Männer waren es diesmal, die am ersten Tag besondere Freude bereiteten, allen voran Moritz Hecht der mit drei Medaillen wieder die Erwartungen erfüllen konnte.  Nachdem er bereits vor 2 Wochen die 7sec Schallmauer auf 60m unterboten hatte, steigerte er sich als Vorlauf- und Zwischenlaufsieger über 6,96 und  6,91 sec bis zum Finallauf. In einem denkwürdigen Rennen  konnte er sich hinter dem haushohen Favoriten Aleksandar Askovic von der LG Augsburg (6,70sec) auf fantastische 6,80 Sekunden steigern, was für Moritz Vizetitel und neuen oberfränkischen Hallenrekord bedeutete. Beide bayerischen Sprinter sind  nun in der aktuellen deutschen Bestenliste ganz weit vorne vertreten und  haben damit ihre Tickets für die Deutschen Hallen-Meisterschaften in Dortmund in drei Wochen gelöst.

Für ein besonderes Erlebnis sorgte die 4x200m Staffel der Männer. Hier musste man nach dem nordbayerischen Titelgewinn vor 2 Wochen auf 2 Positionen umbesetzen. Die Nervosität vor dem Start war aber gänzlich unbegründet: Hinter der favorisierten Münchner Staffel kamen die Forchheimer hauchdünn an ihre Bestzeit aus dem Vorjahr mit 1:30,75 min heran. Zusammen mit seinen erfahrenen Teamkollegen Moritz Hecht, Jano Schubert und Dominik Eckner konnte besonders der erst 15-jährige Jonas Saffer überzeugen, der als Youngster im Team das erste Mal im Stadionrund auf der 200m-Distanz unterwegs war und seine Sache ausgezeichnet meisterte. Zuvor war er bereits bei der U18 ins 60m-Finale vorgestoßen wo er mit neuer Bestzeit von 7,24 sec einen sehr guten 4. Platz belegte. 

Staffel-Kollege Dominik Eckner hatte sich mit 7,23 sec bei den Männern fürs Halbfinale qualifiziert und dort in 7,20 Sekunden eine neue Bestzeit erzielt.  Im Weitsprung gelang ihm dann das Kunststück zum x-ten Male hintereinander exakt seine Bestmarke von 6,72m zu springen, was in der Endabrechnung Rang 5 bedeutete.

Wie gewohnt hohe Sätze machte das Forchheimer Hochsprung-Ass Jano Schubert.  In einer erstklassigen Konkurrenz fehlte ihm hier im Winter natürlich noch die Stabilität in Anlauf und Technik.  Nach deutlich im ersten Versuch übersprungenen 1,87m landete er am Ende auf Rang 7.

Bei den Frauen waren die Forchheimer in starken Konkurrenzen mit international erfahrenen Läuferinnen vierfach vertreten.  Auch hier stellten die Sprints den Auftakt dar.  Janina Buck (8,15sec) und Svenja Heidecke gelangten dabei ebenfalls bis in die Halbfinals, mit  Bestzeit von 8,09 Sekunden konnte Svenja dabei nach 8-monatiger Verletzungspause wieder zu alter Stärke auflaufen.  Lina Ende (8,21s) und Katharina Eckner (8,30sec) beendeten ihre Vorläufe als Fünfte und Sechste.

Einen optimalen, da gleichmäßigeren Rhythmus scheint Lina Ende auf der 400m-Distanz gefunden zu haben. Nach einem perfekt eingeteilten Rennen konnte sie das Rennen als Vierte nach 61,37 sec im Bereich ihrer Freiluftbestmarke beenden. Zusammen mit Katharina Eckner stand auch bei den Frauen zum Abschluss des ersten Tages die 4x200m Staffel in geänderter Besetzung auf dem Programm: Kleinere individuelle Fehler bei den Wechseln und eine etwas unglückliche Behinderung durch eine Konkurrenzstaffel ließen am Ende an diesem Tag mit 1:48,29min keine Verbesserung der 14Tage zuvor erzielten Bestmarke zu.  

Am zweiten Tag der Meisterschaften verstärkte einmal mehr  Altmeister Jan Schindzielorz das Forchheimer Team. Nachdem er am Tag zuvor beim Seniorenmeeting in Fürth den deutschen Hallenrekord der M40 über die 60m Hürden auf erstklassige 8,15sec verbesserte gelang ihm in München in einer mit der deutschen Spitze hochklassig besetzten Konkurrenz eine weitere Steigerung auf 8,11 Sekunden und Rang 3, nur 2 Zehntel-Sekunden hinter den Top-Favoriten. Mit dieser Zeit dürfte auch er bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Dortmund antreten und hätte damit gute Chancen auf eine Final-Teilnahme.  

Medaille Nummer 3, diesmal in Bronze gab es an diesem Tag für Moritz Hecht über das 200m-Stadionrund:  Mit 21,95 Sekunden erbrachte er zum zweiten Mal die erforderliche Qualifikationsleistung und wird in NRW bei den nationalen Titelkämpfen  auch über diese Distanz an den Start gehen.

Beim erwähnten Seniorensportfest in Fürth starteten zudem weitere Aktive der LG Forchheim in den höheren Altersklassen mit sehr guten Ergebnissen:  Christine Prieglmeir überzeugte dabei neben den Kurzsprintresultaten (60m 8,24sec, 100m 13,20sec) besonders auf der ungewohnten 400m Distanz in 61,61 Sekunden bei der W35. Sprungspezialistin Veronika Prell lieferte mit 4,44m im Weitsprung der W30 eine ansprechende Leistung ab. Otto Götzl griff in der AK M75 zwar zum schweren Eisen und zeigte mit 8,16m im Kugelstoss aber dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Rüdiger Hecht