Forchheimer Leichtathleten starten furios ins neue Jahr

 

Fürth – Elf Athleten, Fünf Titelgewinne, ein Bronzeplatz, ein Bayerischen Rekord, Forchheimer Rekorde. Mit den ersten Leichtathletik Hallenmeisterschaften im neuen Jahr können die Forchheimer Leichtathleten mehr als nur zufrieden sein. Die Nordbayerischen Meisterschaften vergangenen Sonntag stellen den Anfang einer noch jungen Hallensaison dar und machen Lust auf mehr.

 

Für den ersten Paukenschlag des langen Wettkampftages sorgte Jan Schindzielorz bereits um 10.30Uhr. Der amtierende Deutsche Seniorenmeister M35 ist auch in der aktiven Altersklasse nicht zu bremsen und gewann souverän die 60m Hürden in 8.20 Sekunden. Dies bedeutet nicht nur einen neuen Bayerischen Seniorenrekord mit der Hürdehöhe von 1.067m, sondern auch die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Leipzig im Februar.  Beflügelt durch den ersten Nordbayerischen Titel stiegen auch die übrigen Männer Moritz Hecht, Dominik Eckner, Marcel Springwald und Jano Schubert ins Wettkampfgeschehen ein. Über die 60m Vorläufe der Männer zeigten sie, dass mit Forchheimer Athleten im Finale zu rechnen war. Moritz Hecht machte im ersten Vorlauf mit großen Abstand seine Dominanz deutlich, er siegte bereits hier mit neuer Bestzeit von 7,15sec und kam als Favorit auf den Titel ins A-Finale und lieferte auch dort einen 1A Job ab. Mit 7,10sec steigert er sich abermals um 5 Hundertstel und wurde erstmals souveräner Nordbayerischer Hallenmeister der Männer. Ebenfalls in den Endlauf hatte sich auch Senior Jan Schindzielorz gekämpft und konnte mit 7.29sec. den achten Platz gewinnen.

Dominik Eckner verpasste den Einzug ins Finale nur knapp und wurde im kleinen B-Finale mit 7,35sec Dritter. Zuvor sorgte er allerdings mit einer furiosen Weitsprungserie für Aufsehen und bestätigte seine tollen Ergebnisse aus dem Vorjahr im Weitsprung. Mit 6,67m schraubte er seine Hallenbestweite um fast 30cm nach oben und wurde ebenfalls erstmals Nordbayerischer Hallenmeister in der Männerklasse und das, als Jugendlicher der U20.

Marcel Springwald und Jano Schubert konnten ihre Bestzeiten über 60 m deutlich verbessern und landeten damit im Mittelfeld. Jano Schubert, der seit dem letzten Jahr seinen Fokus auf den Hochsprung gelegt hat, überzeugte in seinem ersten Wettkampf bei den Männern mit neuer Bestmarke von 1,86sec, erreichte damit überraschend Rang Fünf und hatte damit die Quali für die Bayerische geknackt.

 

Die Frauen sollten an diesem Tag den Männern in nichts nachstehen. Christine Prieglmeier, Katherina Eckner, Janina Buck und Lina Ende liefen über die 60m der Frauen jeweils in den Bereichen ihrer persönlichen Bestleistungen und sicherten sich im B-Finale Plätze im vorderen Bereich, wobei Christine Priegelmeier das kleine Finale in 8,23sec mit Bestzeit sogar für sich entscheiden konnte. Leider überschnitt sich der Sprung mit dem Sprint im Zeitplan und Katherina Eckner gab dem Weitsprung den Vorrang und sorgte hier für einen soliden Einstand ins Jahr. Mit mehreren Sprüngen über 5m zeigte sie sich am Ende mit Platz 8. zufrieden. Janina Buck, konnte diesmal noch nicht zeigen was in ihr steckt, war sie noch sichtlich von einer im Dezember überstandener Virusgrippe geschwächt.

Moritz Hecht jedoch, angetrieben von seinem Sieg am Vormittag, schlug nachmittags ein weiteres Mal zu indem er auch die 200m völlig überraschend in Bestzeit von 22.63sec gewann und seinen zweiten Titelgewinn mit einem Start-Ziel-Sieg einheimste.

Sichtlich unzufrieden über sein verpasste 60m Finale, ging Marcel Springwald ebenfalls an den Start der 200m. Hier konnte er endlich zeigen, was er kann und wurde mit persönlicher Bestleistung von 23,91sec. immerhin Neunter. Angetrieben von den tollen Zeiten der Herren, wollten Christine Prieglmeier und Lina Ende dem in nichts nachstehen. Während Ende noch nicht richtig ins Sprinten kam, denn auch sie war zuletzt von einer hartnäckigen Erkältung geplagt, konnte Prieglmeier mit einem rundum gelungenen Hallensprint den überraschenden Bronze-Podestplatz sichern und zeigte sich sichtlich glücklich über ihre neue Bestmarke von 26,51sec. Hannah Stöhr sorgte derweil in der Konkurrenz der 60mHürden Läuferinnen der U18 für eine angenehme Überraschung, in dem sie in 9.94sec nicht nur die Qualifikation zur Bayerischen erreichte, sondern auch noch siebte von immerhin 23 Starterinnen wurde. Einzige Starterin über die 60m Sprintstrecke in der Altersklasse U18 war an diesem Tag Svenja Heidecke. Ihren Vorlauf (von insgesamt acht) gewann die noch 16jährige in Bestzeit mit ausgezeichneten 8,18sec und erreichte damit das A-Finale der besten Acht. Hier konnte sie mit 8,23sec den siebten Platz verteidigen, was für sie eine tolle Platzierung bedeutete, hatte sie doch zuvor noch die 200m für die Damenstaffel laufen müssen.

Die Staffeln wuchsen nämlich angesichts der unerwarteten Titelflut über sich hinaus und sorgten für reichlich Budenzauber. Denn die Starter/innen der LG Forchheim ließen so manchen Favoriten stehen und schraubten ihre Bestmarken in ungeahnte Bereiche. Den Aufgalopp machten die Männer in der Besetzung Hecht, Schindzielorz, Springwald und Eckner, die von Anfang an die Konkurrenz dominierten. Moritz Hecht führte den Reigen mit einer furiosen Runde an und übergab an Schindzielorz, der erstmals die LG Staffel verstärkte und mit einigem Vorsprung den Staffelstab auf Springwald weiterreichte, der den Abstand halten konnte, bevor Dominik Eckner in der letzten Runde alles klarmachte. In neuer Bestzeit von 1:31,73min sprinteten sie ihrem ersten Hallentitel bei den Männern entgegen und hielten die Konkurrenten der Startgemeinschaft Rednitzgrund und die LG Bamberg deutlich auf Distanz.

Die Damen gingen mit geringeren Ambitionen aber nicht weniger motiviert an ihren Staffelstart. Das Ziel war die Zeit aus dem vergangenen Jahr zu verbessern und vielleicht aufs Podest zu kommen. Das am Ende gleich über vier Sekunden weniger raussprangen war jedoch eine faustdicke Überraschung. Mit Katharina Eckner, Svenja Heidecke, Janina Buck und Lina Ende hatten die Forchheimer ein junges Team am Start, die der favorisierten LAC Quelle Fürth ordentlich Paroli boten. Zunächst führten die Gastgeber nach dem ersten Wechsel das Feld deutlich an. Katharina Eckner konnte den Stab als Zweite an die Staffeldebütantin Svenja Heidecke übergeben, bevor Janina Buck eine Parforcejagd startete und sich förmlich an die Fürtherin heransaugte, bevor sie das Holz an Lina Ende übergab, die aus sich herauswuchs und in einem furiosen Rennen der LAC Quelle Fürth immer näher auf die Pelle rückte. Die Fürtherinnen retteten einen hauchdünnen Vorsprung gerade so über die Ziellinie, doch waren die Forchheimerinnen überglücklich über den hervorragenden zweiten Platz, denn mit der der Zeit von 1:47,71min pulverisierten sie ihre bisherige Zeit. Damit sind die Forchheimer Leichtathleten bestens für die Bayerischen Meisterschaften der Männer und Frauen in 14 Tagen gerüstet. Die Starter der U20 müssen sich bereits am kommenden Wochenende in München bei ihrer Bayerischen beweisen. Hier werden Dominik Eckner und Svenja Heidecke erneut ihre Schuhe für die LG Forchheim schnüren.