Zur 40. Auflage ihres traditionellen Nikolauslaufes hatte die Leichtathletikgemeinschaft  Forchheim auf die Forchheimer Sportinsel geladen. Die mehr als 650 Teilnehmer wurden bei herrlichem sonnigen Winterwetter mit besten Laufbedingungen belohnt und sorgten für ähnlich gut besetzte Rennen vom Bambinilauf bis zum Hauptlauf über 10km wie im Vorjahr.

Was vor 39 Jahren als kleiner Waldlauf mit einer Handvoll Teilnehmer quer durchs Gehölz  im Reuther Wald begann, zählt mittlerweile zu den renommiertesten Laufveranstaltungen im Nordbayerischen Raum und erfreut sich ungebrochen hoher Beliebtheit. Mit dazu beiträgt auch der schnelle flache Rundkurs auf der Sportinsel, die sich bei Raureif gegen den blauen Himmel am Vormittag wieder von ihrer schönsten Seite zeigte.

Über 230 Kinder und Jugendliche waren es, die zu Beginn bei noch frostigen Temperaturen auf den vom Forchheimer Gartenamt bestens präparierten Laufwegen rund ums Altwasser liefen,  dieser hohe Anteil an Nachwuchsläufern ist ein weiteres Markenzeichen der Forchheimer Veranstaltung.

 

Bei steigenden Temperaturen war dann auch schnell die anfängliche Glätte auf der Bahn im Start/Zielbereich aufgelöst als der Forchheimer Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein erstmalig zum Höhepunkt der Veranstaltung ein 380 Teilnehmer starkes Feld auf die 10km Strecke schicken konnte.

 

Die Läuferschar  zeigte sich einmal mehr bunt zusammengestellt, einen hohen Anteil daran hatten zum einen Läufer aus internationalen Firmen wie adidas, die mit einem über 40köpfigen Team angetreten waren als auch die LAC Quelle Fürth.  Leistungsmäßig  einer der stärksten Vereine Süddeutschlands ziehen die Fürther  natürlich auch überregional gute Läufer an, ein Start in Forchheim gehört dabei zum jährlichen Pflicht-Vorbereitungsprogramm.

 

So waren aus deren Reihen auch im Vorfeld mit Patrick Weiler und Dominik Mages zwei ausgesprochene Langstreckenspezialisten als Favoriten ausgemacht.  Den Sieg schnappte Ihnen dann doch ein anderer weg.  Mit Martin Grau, der diesmal für das TEAMadidas an den Start ging und das Rennen vom Start weg kontrollierte siegte am Ende der national und international erfolgreichste fränkische Läufer dieser Dekade in 31:35 min.

Patrick Weiler, der  sich lange an die Fersen des Höchstädters  geheftet hatte wurde mit 14 Sekunden Rückstand Zweiter mit 1:20 min Vorsprung auf seinen Vereinskollegen Dominik Mages (33:10min). Ebenfalls noch im 33er Bereich unterwegs  komplettierten Rene Giesen von der Sporthochschule Köln (33:39min), Markus Schwartz (LAC Quelle 33:47min) und der Coburger Martin Militzke (33:56 min) das Ranking der Top6 Einläufe. Mit Insgesamt 8 Läufern unter der Marke von 34 min zeichnete dieses Rennen  heuer  eine sehr hohe Leistungsdichte aus.

In 37:12 min hielt Tobias Friedrich als schnellster SSV-Läufer  die Farben der Forchheimer hoch.  Besonders erwähnenswert war im Mittelfeld noch ein Altersklassenrekord: Bei den 75-jährigen schraubte das Laufurgestein Bodo Fechler aus Nürnberg die Marke auf sensationelle 50:56 min (!).

 

Neben dem Kampf um den Gesamtsieg zog heuer besonders die Damenkonkurrenz die Aufmerksamkeit im Hauptlauf auf sich, denn die hatte es diesmal in sich:  Gleich drei Läuferinnen unterboten den erst zwei Jahre alten Streckenrekord, aufgestellt  von Felicity Milton (37:05min):  Mit Kebeya Brendah hat hier der LAC Quelle Fürth ein neues Ass im Langstreckenbereich gefunden und an den Start geschickt, die 35:24 min, die sie dabei über die 10km zeigte, waren locker herausgelaufen und sind bei ihr noch lange nicht das Mass aller Dinge.

In ihrem Sog lief auch Babinja Wirth enorm stark auf: Die 21jährige  Läuferin vom TSV Ebermannstadt verbesserte als Zweite in 36:25 min ihre Vorjahresbestmarke erneut  um  fast 1 Minute (!) und blieb auch damit unter dem alten Streckenrekord ebenso wie die knapp dahinter einlaufende Drittplatzierte Anna Schmidt von der LAC Quelle Fürth (36:29min). Eine derart dicht besetzte Frauenspitze hatte man bei Läufen in der Region bislang selten zu Gesicht bekommen. 

 

Nach den tollen Erfolgen in den Einzelwertungen fehlten den Fürthern am Ende  der letzte Mann/Frau um auch in den Mannschaftswertungen siegen zu können. So gingen hier die Titel bei den Herren an das TEAMAdidas vor den Fürthern und der LG Erlangen, bei den Frauen war die Erlanger mit Larissa Korn sowie Lucia und Gertrud Härer erfolgreich und verwiesen das TEAMadidas und das Laufteam Fürth 2010 auf die Plätze.

 

Gute Leistungen erbrachten auch die Hobbyläufer über die halbe Distanz: Hier schraubte die Schwester von Babinja, Lisa Wirth, die Frauenbestmarke als Gesamtsiegerin über die 5,3km auf neue 19:27 min, der Sieger bei den Herren kam in 21:46 mit Eberhard Möllers vom TV 1848 min. 

Im Jugendlauf über die gleiche Distanz trumpfte einmal mehr das Forchheimer Nachwuchsass Clemens Gundermann auf:  Einsam von Beginn an vorneweg laufend  gewann er hier das Rennen in 18:21 min vor Peter Kösters (TV 1848 Erlangen 18:48 min).  Der Sieg in der weiblichen Konkurrenz ging  mit ebenfalls sehr gut herausgelaufenen 19:59 min an Anna Hirt von der LG Bamberg, die damit den weiblichen Streckenrekord aufstellte.

 

In den Schülerläufen über 1,2km holte sich Seriensieger Simon  Nanke vom TSV Neunkirchen einen weiteren Titel in 4:34 min (M9). Bei den gleichaltrigen Mädchen waren die Zwillinge Laura und Pauline Beyer aus Hemhofen in 5:08 min erfolgreich. Ein Altersklasse höher über die gleiche Distanz  bei den 10/11-jährigen liefen an der Spitze Victor Klüwer vom Ohm Tria Team aus Erlangen (4:29min) vor Julia Barth und dem Wimmelbacher Jonah Schildbach (4:39min) ins Ziel.   

Die 12-jährigen sahen Jan Pluta vom  SSV Forchheim in 4:21 min als ihren Sieger, die Konkurrenz der Mädchen dominierte hier Lisa Hirschberg vom SV Gundelsheim (4:45 min).  

Einen tollen neuen Streckenrekord über die 2,9 km bei den 15-jährigen erlief sich Paul Schöneberger von der IFL Hof und erzielte damit einen von 6 neuen Streckenrekorden, die an diesem Tag erlauf wurden.

Auch die jüngsten Läufer/innen kamen nicht zu kurz:  65 Kinder absolvierten erfolgreich  ihre Bambinirunde und konnten nach 560m Nikoläuse und Medaillen in Empfang nehmen, am Schnellsten waren hier Joseph Hof von der ausrichtenden LG (2:05min) und Jana Engelhardt aus Waizendorf (2:13 min).

 

Rüdiger Hecht