Trainingslager 2016 – ein voller Erfolg

 

Die 11 Forchheimer Leichtathleten der U 16 sind erfolgreich aus dem Trainingslager in Bad Tölz zurückgekehrt.

Schon am ersten Ferien Samstag ging es um 8.00Uhr los. Neun mutige junge Menschen wagten das Abenteuer Bundesbahn mit Coach Andy, nämlich mit zwei Bayerntickets nach Bad Tölz. Zur gleichen Zeit startete Trainerin Marianne mit dem Auto mit 10 Schuhtaschen und Trainingsgeräten bepackt und zweier geloster Athleten (das Bayernticket umfasst nur max. fünf Personen) in Richtung Alpenvorland. Wer wohl eher da sein würde, das war die spannende Frage.

Tja und was soll man zum Wettbewerb DB vs. Auto sagen. Das Auto hat gewonnen, denn der Osterverkehr gestaltete sich weniger grausam als prophezeit. Die Bahnfahrt war jedenfalls recht unterhaltsam, denn ab München saßen die Forchheimer fast alleine im Bummelzug nach Tölz, während die Ostumgehung München Marianne letztendlich doch gute Nerven abverlangte. Auf vier Spuren rauschte man mit 17km/h auf den letzten 30km gen bayerisches Oberland. Dennoch war der PKW fast eine Stunde vor den Bahnfahrern, um 12.45Uhr an der Jugendherberge auf der Flinthöhe in Bad Tölz heil eingetroffen. Wir staunten nicht schlecht über die luxuriöse und architektonisch interessante Jugendherberge, die uns mit geschultem Personal professionell empfangen hatte. Im nu waren alle Zimmer zugeteilt und die beiden Jungs Paul und Richard, die im Auto fahren mussten, konnten schon mal das Schuhgepäck der Zugfahrer auf die Zimmer verteilen und ihre Koffer ausräumen.

So konnte die 3er Vorhut auch bereits das weitläufige Gelände so wie die örtlichen Gegebenheiten erkunden und die, direkt neben der Jugendherberge stehenden, Eishallen der Eishockeymannschaften der Tölzer bestaunen und liefen bei dieser Gelegenheit gleich den Zugfahrern in die Arme. Denn nur 10 Minuten Fußweg entfernt befindet der Bahnhofs in Schlagnähe. Nach großem Hallo verstauten die Neuankömmlinge ihre Habseligkeiten, wobei es erstaunlich war, dass es anscheinend einen kausalen Zusammenhang zwischen Körpergröße und Gepäck gab. Je kleiner der Athlet, desto umfangreicher das Gepäck. Sehr interessant! Wir Trainer hätten zu gerne gewusst, was sich in so manchem „Schrankkoffer“ befunden hat, denn wir hatten sogar in unseren Reisetaschen noch Platzreserven.

Bereits um 15.00 startete man dann zum Training auf die 3min entfernte Sportanlage der Flinthöhe. Zwar nicht mit einer 400m Bahn ausgestattet, aber durchaus zweckmäßig mit neuer 100m Bahn, einem großen Hartplatz mit zwei Basketballfeldern mit Weitsprunganlage und einer Kugelstoßanlage aus der man auch (zwar ohne Netz) Diskus auf ein Fußballfeld werfen konnte. Und das alles „for free“, was will man mehr. Zuvor erforschten allerdings alle den Kinesiologiepark der Jugendherberge und Andy forderte Einsatz bei kreativen Übungen an lustigen Geräten, die wie sich herausstellen sollte eigentlich anders genutzt werden sollten. Dennoch hatten alle ihren Spaß, der in einer großen Schneeballschlacht endete. Denn Schneereste gab es trotz strahlendem Sonnenschein noch zuhauf und man konnte sogar die Jacke hin und wieder ausziehen.

Ruckzuck war so der erste Tag Trainingslager vorbei. Die Küche ließ keine Wünsche offen, von Salatbuffet bis Nachtisch und einem leckeren Essen war alles geboten. Gemeinsam ließ man sich es schmecken und die erste Nacht in der Luxusherberge konnte kommen. Um 22.00Uhr war Nachtruhe angesagt, die auch relativ diszipliniert eingehalten wurde, was heißt, dass die Trainer nur zweimal schimpfen mussten und nicht mehrmals, obwohl die „lieben Kleinen“ mehrmals versuchten, die Regeln trickreich zu umgehen. Aber was soll man uns alten Hasen vormachen. Als Leichtathletik Dino kennt man schon viele Tricks und die Pappenheimer, man war ja schließlich auch mal jung. Jedenfalls war gegen 23.00Uhr dann Ruhe im Karton.

Zum morgendlichen Jogging vor dem Frühstück waren dann alle pünktlichst im Foyer. Hut ab! Das hatten wir auch nur selten ein einem Trainingslager. Respekt!  Im vergangenen Jahr mussten wir so manchen Langschläfer zu früher Stunde erst aus dem Bett holen. Andy trabte so dann mit der Meute durch die Peripherie, derweilen sich Marianne ihrem Hexenschuss, mit dem sie angereist war widmen konnte. Gemeinsam frühstückte man dann 20 nach acht mit Obstsalat und Müsli, sowie Brötchen, Brot, Wurst, Käse und diversen Marmeladen um dann um 9.30 Uhr mit dem Training beginnen zu können. Nach ein paar Tagen hatten sich alle an den Rhythmus gewöhnt. Um 12.00Uhr ging’s zum Mittag- und um 18.00Uhr zum Abendessen. Was für ein Leben! Die Freizeiteinrichtungen der Herberge wurden von den Forchheimern gerne genutzt. Ob in der Impact Zone (so der Name) im Keller, in der herrlich gelärmt werden durfte oder der Eingangsbereich mit Lounge Charakter und Billardtisch. In den Ledersitzgarnituren sammelten sich abends gerne die Trainer, nicht nur die der Forchheimer, sondern auch die der vielen Schwimmer und Fußballer, die ebenfalls ihre Trainingslager abhielten.

Am Sonntagnachmittag hatten sich die Forchheimer einen Kinesiologie Profi (Dipl. Sportlehrer und Trainer) der Jugendherberge gebucht, der mit speziellen Trainingsinhalten die Athleten vor kniffelige Aufgaben stellte. Die Verknüpfung der linken und rechten Gehirnhälften, mittels kleinen Geräten und die Teambildung waren die Kernpunkte. Vieles konnten wir uns abschauen und es war für uns Trainer wie eine kleine Weiterbildungsmaßnahme. Vieles lässt sich im wöchentlichen Training davon auch mit einbeziehen.

Am dritten Tag war das Wetter wieder winterlich frisch und grau. Zwar blieben wir von Regen verschont, aber vier bis acht Grad luden nicht gerade zum Verweilen im Freien ein. So wurden es an diesem Tag kurze knackige Trainingseinheiten und am Nachmittag sogar ein Training auf der Sportanlage der Tölzer Schulen im Zentrum der Stadt ca. 2km von der Herberge entfernt abgehalten. Wir konnten so ein gutes Lauftraining auf einer 400m Schulsportanlage anbieten. Alle drehten tapfer ihre Runden, nach Trainingsstand und Alter aufgedröselt und gingen fleißig zu Werke. Zwei total muskelverkaterte mussten allerdings von außen zusehen, denn es zwickte an alle Extremitäten. Auch ein Erkältungsopfer war zu beklagen. Wieder einmal mehr war es Jonas, der sich pünktlich zum Trainingslager seine Auszeit mittels einer Erkältung nahm und so tagsüber das Zimmer hütete und nur hin und wieder kurz mitmachen durfte. Schon im letzten Jahr hatte sich Jonas im Trainingslager lieber mit Fieber ins Jugenherbergszimmer verdrückt. Welch ein Pechvogel!

Am vorletzten Tag wurde eine Trainingseinheit am Nachmittag durch einen Ausflug auf den Hausberg der Tölzer, dem Blomberg, ersetzt. Mit dem Bus ging es zur Liftstation und mit dem Sessellift auf 1245m Seehöhe. Dort oben hatte es noch richtigen Schnee und so mancher Turnschuh und „Schühchenträger“ wurde auf eine harte Probe (inkl. nasser Füße) gestellt. Nach reichlich Gaudi im Schnee ging es nämlich noch 2,5km weiter auf den Berg hinauf, auf den Zwieselberg mit 1348m. Ein schmaler, eisiger Schneepfad forderte hier Konzentration und wir waren froh, als alle nach dem Erklimmen des Gipfelkreuzes auch wieder heil unten angekommen waren. Bis zur Mittelstation ging es anschließend auf der jetzt geschlossenen Winterrodelbahn zu Fuß bis zum Start der Sommerrodelbahn steil abwärts. Mit viel „Boah und Kreisch“ ging’s rauschend ins Tal, bevor wir mit dem Bus wieder an den Bahnhof gekarrt worden sind. Der krönende Abschluss des Tages war, nach dem Abendessen, das Bowling in der gegenüberliegenden Freizeitanlage. Auf drei Bahnen ging es zwei Stunden hoch her und Andy hatte alle Hände voll zu tun um die Rasselbande zu bändigen. Wegen „Rücken“ hatte Marianne lieber auf den Event verzichtet. Die Stimmung hielt bei den Jugendlichen auch noch bis in die tiefe Nacht an und sie kamen der Tradition – in der letzten Nacht machen wir durch – recht nahe. Doch der Tag forderte letztendlich seinen Tribut. Die Jüngeren verschwanden recht schnell in ihren Kojen und ratzten, der Rest bemühte sich um WLAN Netz vor den Zimmern im Flur und organisierte spontane „sit ins“ und im Wesentlichen blieb es ruhig.

Zum Abschlusstraining am letzten Tag wurde noch mal gerannt, geworfen und gespielt und so mancher powerte sich ziemlich aus, was zu Guter Letzt mit einem Notarztbesuch endete. Vorsichtshalber gerufen konnte dieser aber kurzer Behandlung Entwarnung geben und die betroffene Athletin durfte mit allen anderen den Nachhauseweg selbstständig antreten. Dennoch war hier Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Die Trainer (also wir) wollten schließlich kein unnötiges Risiko eingehen und so endete diesmal das Trainingslager nicht ganz so unbeschwert wie immer.

Um 13.30Uhr starteten wir aber trotzdem pünktlich nach einem kurzen Mittagessen gen Heimat. Diesmal sollten die Bahnfahrer die Nase vorn haben. Die bayerischen Autobahnen inklusive ihrer zahlreichen Nutzer verhinderten einen zügigen Nachhauseweg. Eine Stunde Verlust war schon vor Allershausen zu beklagen, denn hier waren wegen eines Unfalls noch Aufräumarbeiten in Gange, sodass zwei von drei Spuren gesperrt waren und das übliche - Kamel durchs Öhr treiben - stattfand. Das Gleiche dann noch kurz vor Nürnberg, auch hier wieder Aufräumungsarbeiten mit 30min Verzug. So kamen die Autofahrer fast zur gleichen Zeit wie die Bahnfahrer an, denn zum Schluss quälten sich diese auch noch durch den täglichen Berufsverkehr rund um Erlangen. Fast vier Stunden Autofahrt für 250km,"man o man" so eine Schleicherei. Deutlich entspannter kamen jedenfalls die Bahnfahrer heim.

Das Resümee: Wir Trainer waren froh, dass nichts Schlimmeres passiert war. Alle waren unverletzt wieder in Forchheim in die Arme ihrer Eltern zurückgekehrt und für uns waren es ein weiteres Abenteuer mit Jugendlichen, bei dem wir aber auch viel Spaß hatten. Nicht zuletzt der angenehme Aufenthalt in der Jugendherberge Bad Tölz, die kurzen Wege zu den Sportstätten und das recht gute Sportler-/Trainerverhältnis haben dazu beigetragen. Im nächsten Jahr wird es demnach bestimmt wieder heißen: Auf ins Trainingslager! Vielleicht nehmen wir dann auch wieder die „Großen“ mit, wenn sie brav sind.