Deutsche Senioren Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Erfurt

 

 

Der Saisonhöhepunkt im Winter ist für die Forchheimer Leichtathletik -  Senioren traditionell die Deutsche Hallenmeisterschaft. Wobei man bei „Senioren“ jetzt nicht an betagte ältere Herrschaften denken darf, die sich in ihrer Freizeit einmal im Jahr zum sporteln treffen. Vielmehr umfasst diese Meisterschaft schon die Alterklassen  ab 35 Jahre aufwärts und so mancher wäre erstaunt, um wie viel jünger die „alten“ Leichtathleten im Vergleich zu ihren Altersgenossen sind. Leichtathletik – ein wahrer Jungbrunnen. Es wird hierfür genauso nach Trainingsplänen trainiert und es müssen Qualifikationsleistungen erbracht werden wie bei den Aktiven, das gilt auch für die über 80jährigen.

Für die Forchheimer Leichtathleten traten gleich drei Starter am Wochenende  in Erfurt  an, wobei in diesem Jahr Medaillengarant und  Grand Dame der Forchheimer, Lisa Leopold aufgrund einer langwierigen Erkältung passen musste. Dafür  setzten sich diesmal andere hervorragend in Szene.

Jan Schindzielorz (M35), der als Favorit über die 60m Hürden,  mit deutlichem Vorsprung angereist war, sollte den Titelgewinn eigentlich sicher in der Tasche haben. Doch 10 Jahre nach seiner letzten Deutschen war die Nervosität, trotz langjähriger Erfahrung im Wettkampfsport, letztendlich größer als erwartet. Nach etwas zögerlichem Start dauerte es noch bis zur dritten Hürde, bis er sich vom Feld deutlich absetzen konnte und richtig in den Lauf kam. Doch dann lief es wie sprichwörtlich geschmiert und der Sieg war ihm nicht mehr zu nehmen. Mit der Zeit von 8,17s stellte er seine bisherige Bestzeit bei den Senioren M35 auf die Hundertstel ein und wurde überragender Hallenmeister.

Für den zweiten Paukenschlag sorgte Christine Priegelmeir. Sie startete bei den Seniorinnen der W35 über 60m und musste sich mit 12 Konkurrentinnen auseinander setzen. Zwar hatte sie nach Sichtung der Starterliste mit einem Podestplatz geliebäugelt, aber die Konkurrenz war bärenstark  und es durften ihr keine Fehler unterlaufen. In einem spannenden Vorlauf setzte sie sich mit neuer Bestzeit als Seniorensportlerin mit 8,45s  überraschend durch und gelangte nach der Auswertung des Zielfotos, denn sechs Sprinterinnen lagen im 6/100stel Bereich, furios in den Endlauf. Auch hier zündete sie nochmals ihren Turbo und stand nach hart umkämpften Hundertsteln mit nochmals verbesserter Zeit von 8,41s als Zweite auf dem Podest. Damit hatte im Vorfeld niemand so richtig gerechnet und umso mehr freute sie sich über diese unverhoffte Silbermedaille. Der Sieg ging an die Lokalmatadorin Yvonne Pratsch aus Erfurt in 8,31s.

 

Auch  Bernd Kolb kämpfte sich bravourös in seiner Altersklasse der M65 im 60m Sprint durch die Vorläufe der der insgesamt 16 Teilnehmer. Zuletzt machten ihm im Training hin und wieder kleinere Verletzungen Probleme, doch jetzt gelang ihm mit 8,73s überraschend der Einzug ins Finale. Im Endlauf bewies er abschließend  erneut Nervenstärke, denn nach einem Fehlstart eines Konkurrenten ließ er sich nicht beirren und sprintete gewohnt routiniert aus den Blöcken. Mit der exakt gleichen Vorlaufzeit von 8,73s erreichte er als Fünfter das Ziel. Chapeau!