LG Masters räumten ab

 

Auf den Deutschen Seniorenmeisterschaften in Leinefelde-Worbis (Thüringen) waren die Athleten der LG Forchheim am vergangenen verlängerten Wochenende top fit und brachten reihenweise Titel nachhause.

 

Es war das größte Starterfeld bei einer Seniorenmeisterschaft bisher. 1400 Athletinnen und Athleten traten von 35 bis 85 Jahren an den Start, darunter vier Forchheimer Spitzensportler. Auf ihrem Saisonhöhepunkt stellten sich die Senioren (Masters) der starken Konkurrenz aus ganz Deutschland und zudem den schwierigen Wetterbedingungen mit immer wieder wechselnden Winden. Den Anfang machte Freitagvormittag Bernd Kolb über die 100m in der Altersklasse M 65. Mit einer Saisonbestleistung von 13,76 Sekunden kämpfte er sich auf den vierten Platz und verpasste damit nur um fünf Hundertstelsekunden den Bronzerang.

Am selben Tag startete die Erfolgsserie von Jan Schindzielorz. Seit 10 Jahren trat er erstmalig wieder bei einer deutschen Meisterschaft über die 110 Meter Hürden an. Der ehemalige Jugend-, Junioren und Aktiven Meister dominierte nun auch als Senior die Konkurrenz und wurde in einer Zeit von 14,45 Sekunden Deutscher Meister in der Altersklasse M35. Am Samstag gingen dann auch Christine Priegelmeir und Andreas Fenn an den Start und mischten die Konkurrenz ordentlich auf. Priegelmeir wurde aufgrund ihrer Vorleistungen als Favoritin ihrer Altersklasse W35 gehandelt. Trotz Nervosität zog sie nach dem Vorlauf bravourös ins Finale ein. Diesen gewann sie nach einem starken Start in 13,03 Sekunden und stellte eine neue Saisonbestzeit auf. Nach dem Vizetitel über die 60m in der Halle krönte sie nun das Jahr mit dem Deutschen Meistertitel über die 100m. Den Sieg seiner Lebensgefährtin zum Anlass lief Jan Schindzielorz zu seinem nächsten Sieg. Er setzte sich gegen starke Sprinter über die 100m durch und gewann in Saisonbestzeit von 11,35 Sekunden Gold. Somit sind Christine Priegelmeir und Jan Schindzielorz wohl das schnellste Pärchen Deutschlands in der Altersklasse W/M35.

Den positiven Schwung seiner Vereinskollegen konnte Andreas Fenn zunächst leider nicht in Leistung umsetzen. Zu Beginn des Weitsprungwettbewerbes der Altersklasse M50 hatte er beim Anlauf immer wieder Krämpfe in beiden Waden. Nachdem er auf seine alten Wettkampfschuhe aus den späten 80er Jahren - so lange liegt seine aktive Karriere zurück - wechselte, fand er zu seiner Form zurück und landete mit dem letzten Versuch bei erstaunlichen 5,72 Meter und damit auf Rang sechs. Nur 17 Zentimeter trennten ihn vom Deutschen Meistertitel. Dieses Ergebnis zeigt, wie stark dieser Wettbewerb besetzt war.

 

Der abschließende Wettkampftag wurde ebenfalls ein Grandioser aus Forchheimer Sicht. Christine Priegelmeir und Jan Schindzielorz gewannen nach den 100m vom Vortag auch die 200m und krönten sich damit erneut zur Sprintkönigin (26.90sec) und zum Sprintkönig (23.00s) Deutschlands in ihren Altersklassen.

Bernd Kolb ließ nach einem couragierten Rennen einen weiteren 4. Platz über die 200m der M65 folgen. Er lief mit 28,66 Sekunden neue Saisonbestleistung und freute sich besonders darüber, einen langjährigen Konkurrenten um eine Hundertstelsekunde unterboten zu haben. Schindzielorz zählt mit seinen drei Titeln zu den erfolgreichsten Athleten dieser Deutschen Meisterschaften. Vielleicht stellte ihn nur die 86jährige Melitta Cerwenka-Nagel aus Saarbrücken in den Schatten. Sie stellte einen neuen Weltrekord über die 5000 Meter in 32:29,94 Minuten auf und unterbot damit sensationell die alte Bestmarke der W85 um mehr als 20 Sekunden.

 

Verfasser: Lina Ende