Bei der 35. Auflage kehrte der Forchheimer Nikolauslauf zu alter Stärke zurück. Hatte man im Vorjahr schneebedingt bei Teilnehmerzahlen und – Leistungen einen Einbruch erlitten, konnte sich  Zuschauer und die ausrichtende Leichtathletikgemeinschaft Forchheim wieder bei mehr als 540 Teilnehmer über guten Zuspruch und Topleistungen erfreuen.

Was vor 34 Jahren als kleiner Crosslauf unter Laufenthusiasten im Reuther Wald lange vor der aufziehenden Läufermassenbewegung begann, hat sich mittlerweile zu einer fest etablierten, weit  bekannten Laufveranstaltung im Rund auf der Forchheimer Sportinsel entwickelt, die immer wieder auch überregionale Spitzenläufer anzieht.

Die guten Witterungsbedingungen der letzten Wochen hatten außerdem dazu beigetragen, dass sich das Leistungsniveau vieler Sportler spürbar verbessern konnte, so dass bei der  Verbesserung von 15 Strecken- und Altersklassenrekorden  eine förmlichen Leistungsexplosion zu verzeichnen war.

 

Allein im Hauptlauf über 10km mit 330 Teilnehmern fielen 8 Bestmarken, gespannt war man dabei, ob die gut 5 Jahre alte Bestleistung  des Fürthers Embaye Hedrit dem Ansturm der Läuferphalanx stand halten konnte, waren doch in den Startlisten heuer einige exotische Namen zu finden, die für Farbe und Feuer sorgen sollten.

Da war zum einen Gamachu Ararsa Badhane, ein sympathischer 22-jähriger junger Mann aus dem heißen Äthiopien,  der für das Team Icehouse (!) aus Bayreuth an den Start geht, in diesem Herbst bereits die Bestmarken einiger Läufe der Region geknackt hatte und für Zeiten um die 30min auf 10km gut ist. Zum zweiten hatte sich mit dem 20-jährigen Buggaa Rashe von der TS Coburg ein weiteres afrikanisches Laufass nachgemeldet.

 

Diese beiden Topläufer waren es dann auch, die dem Lauf den Stempel aufdrückten, besonders Gamachu  hielt  dabei den Ankündigungen Wort:  Bereits auf der einleitenden Stadionrunde preschte er fulminant an der Spitze und verließ mit 80m Vorsprung das Stadion um die 4 Runden ums Altwasser in Angriff zu nehmen. Glaubten die Zuschauer hier noch „das hält der nie durch ..“ wurden sie bald eines Besseren belehrt, Kilometer um Kilometer vergrößerte sich der Vorsprung des Ost-Afrikaners, einzig der spätere Zweitplatzierte, Buggaa Rashe konnte anfangs noch Sichtkontakt halten doch angesichts der vielen Überrundungen bereits in der zweiten Runde war es dann auch damit vorbei. Gamachu hielt das Tempo bis zur Zielgeraden unverändert  hoch und stellte mit 30:50min scheinbar locker einen neuen Streckenrekord auf, der für die Ewigkeit gemeißelt zu sein scheint.

 

In seinem Gefolge erbrachten auch die anderen Läufer Topleistungen:  Buggaa Rashe erreichte das Ziel in 32:25min, einer Zeit die in den meisten Vorjahren locker zu Sieg gereicht hätte ebenso wie die 33:05 min, mit denen der 18-jährige Nachwuchsläufer Konstantin Wedel vom LAC Quelle Fürth zu Rang drei lief. Insgesamt blieben in Folge 9 Läufer unter den 35 min, darunter regional bekannte Namen wie Markus Blenk (TSV Burgebrach), Alexander Funsel (TS Lichtenfels), Jürgen Wittmann (TSV Burghaslach). Besonders hervorzuheben sind dabei der neuen Altersklassenrekord von 34:22 min, die der Hans-Joachim Hermann bei den 50-jährigen aufstellte, schnellster Forchheimer mit 35:58min blieb der 19-jährige Simon Christel von den Triathleten des SSV.

Auch bei den Frauen stachen viele starke Leistungen hervor: Gesamtschnellste wurde hier in 38:16 min die 26-jährige Angela Kühnlein von den Brehm-Titan-Runners vor Sandra Haderlein vom SC Kemmern (38:23min) und Susi Lutz von der LG Telis Finanz Regensburg (39:49 min). Insgesamt stellten die Damen 4  neue Altersklassenrekorde auf, den schnellsten davon mit 39:55min durch Silke Bittel von der LAC Quelle Fürth (W35).

 

 

Die Mannschaftswertung der Herren ging dann doch etwas überraschend an den LAC Quelle Fürth vor dem Team Icehouse, die zwar Gesamtsieger und neuen Streckrekordhalter stellten, denen ab zur Abrundung des Teams noch ein guter 4 oder 5 Mann fehlten; Dritter wurde die LG Erlangen. Bei den Frauen konnte sich das Team der ausrichtenden LG Forchheim mit Martina Landgraf, Heike Niggemann und Nadja Ludwig Rang zwei hinter den Mädels der Brehm Titan Runners und vor dem FSV Grossenseebach sichern.

 

Während zum Ende des Hauptlaufs am Nachmittag mit einsetzendem Regen und böigem Wind zunehmend ungemütlicher wurde, konnten sich die 170 Teilnehmer  der Schüler und Jugendläufe mittags noch über optimales Laufwetter freuen. Auch hier fielen zahlreiche Rekorde, die meisten davon im stark besetzten A-Schülerlauf über 2900m, der mit Tobias Henning von der LG Eckental in 9:58 min Sieger M14  und neuen Rekordhalter sah, vor Sebastian Schindler (LG Erlangen 9:58 min, 1. M15) und Moritz Hecht von der LG Forchheim.

Ebenfalls zu neuer Bestmarke lief die Forchheimerin Sarah Westerholt bei den 15-jährigen mit 11:54 min.

Fest in Forchheimer Hand war auch der Jugendlauf über 5,3km der 16 – 19-jährigen mit Markus Baginski an der Spitze (1. MJB 20:44min) vor Matthias Schwämmlein (22:11min).  Lina Ende erzielte als Gesamtvierte einen neuen Streckenrekord bei der weiblichen Jugend A in 23:47min.

Die Sieger in den weiteren Schülerläufen über 1250m  hießen Lana Schlapp ( LG Waizendorf Walsdorf,  W9) und Benjamin Endres (SpVgg Reuth 1. M9), Clemens Gundermann (LG Forchheim 1. M11)  und Lisa Ebert (TSV Ebermannstadt 1. W11)  sowie Tim Wecera (LG Röthenbach 1. M13 4:08 min), Jan Novak (LG Forchheim ) und Cosmia Gundermann (LG Forchheim 1. W12).

Stolze 46 Teilnehmer hatte zudem der Hobbylauf über 5,3km zu verzeichnen, der in Simon Schwarz von der LG Stadtwerke München in 17:05 min einen äußerst schnelle Sieger sah, schnellste weibliche Teilnehmerin war die 16-jährige Bainja Wirth vom TSV Ebermannstadt in 21:25 min.  43  Kleinkinder von 2 – 7 Jahren im Bambinlauf über 560m rundeten die überaus gelungene Veranstaltung nach unten ab.