SKIFAHRT LG FORCHHEIM SCHEFFAU/ELLMAU

Samstag 06.03.2010

 

 

Ja, auch in diesem Jahr sind wir wieder zum Skifahren gestartet. Bereits zum dritten Mal in Folge sind die Leichtathleten „In´d Wand eini, ummi auf´d Pistn“! Die Spikes geschwind mit den Skistiefeln vertauscht, Ski gepackt und los ging’s. Die Vorzeichen waren allerdings nicht sehr prickelnd. Der prognostizierte Schneefall setzte diesmal wirklich heftig ein und so mancher erlebte um 4.00 Uhr, als der Wecker klingelte, sein „weißes Wunder“. Erst mal also Schaufeln, bevor es zum Treffpunkt Freibad oder jetzt ja Königsbad ging. (Klingt noch gewöhnungsbedürftig!), und tatsächlich gelang es wieder allen pünktlich und mehr oder weniger wach, am Treffpunkt einzutreffen. Um 5.03 Uhr startete, wie schon in den Jahren zuvor, das Busunternehmen Baumüller, mit 39 LG´lern, im dichten Schneetreiben Richtung Wilder Kaiser/Tirol. Mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von 60 km/h ging es auf dem Frankenschnellweg voran und auch die A3 war nur im Schneckentempo zu bewältigen. Viele Urlauber aus den Beneluxstaaten und Osteuropa starteten in ihre Skiferien und sorgten schon am frühen Morgen für dichten Verkehr. LKW´s krochen rechts, doch unser Fahrer kannte weder Tod noch Teufel und manövrierte uns ziel- und fahrsicher nach Scheffau.

Trotz dieser widrigen Umstände gelang es ihm, uns um 9.30 Uhr vor dem Lift abzusetzen. Erstaunlich wie schnell mancher aus der Jogginghose in die Skibekleidung springen kann. Da hat sich das viele Stretching im Training ja mal direkt gelohnt. Vor dem Bus waren die verschiedensten Techniken, um in die Skistiefel zu kommen zu bewundern. Einige fanden sogar Einstiegshilfen, inklusive Schnallenschließer und Skiträger, die den koordinativ nicht so Geschickten zur Hand gingen.

Der Schneefall war an der Talstation noch erträglich, die Sicht am Berg gefühlte 5 Meter, aber dennoch fanden sich die Gruppen und fuhren in den verschiedensten Gebieten und man suchte nach der besten Sicht im Gebiet. Im Gebiet selbst war dann aber Pfadfindergeist gefragt. Da sollte man schon geistig rege sein, mit ein paar Obstlern hätte man schon bald verloren. Wir sind ja Sportler und in Sachen Obstler eher zurückhaltend. Doch schon im vergangenen Jahr scheiterten einige an den lustigen Bezeichnungen der Pisten und Lifte, die bisweilen nicht mit dem am Lifthäusel ergatterten Plänen übereinstimmten und einige brauchten auch heuer bis zu vier Anläufe, um die Anschlusslifte zu finden. Konnte man im vergangenen Jahr noch bei wunderbarem Wetter die Orientierung durch das Bergpanorama bei strahlendem Sonnenschein erlangen, so wäre man in diesem Jahr über ein NAVI nicht böse gewesen. An den wunderbaren Wegweisern mit bis zu 12 Schildern, die in die entlegensten Gebiete wiesen,  standen zu weilen Gruppen unterschiedlichster Dialekt- und Sprachgruppen, die bei steifen Nordostwind und dichtem Schneetreiben versuchten Übersichtskarten vor dem Davonfliegen zu retten und den verwirrenden Ortsangaben zu folgen.

Einem Teil der Leichtathleten gelang es sogar über Brixen im Thale nach Westendorf vorzustoßen. Eine neue Gondelbahn von Brixen aus machte es möglich und man testete so die neuen Gegebenheiten. Die Einkehr in einer Almhütte vom DAV lies die erfrorenen Gesichter wieder auftauchen und bei Schinkennudeln und Kaiserschmarrn wurde einem schnell wieder warm. Nach der Einkehr schien dann sogar für ein Stündchen die Sonne durch die Wolken und es schneite nicht mehr so heftig wie zuvor. Doch wer jetzt dachte es reißt auf, der hatte die Rechnung ohne Petrus gemacht. Ab 14.00 setzte der Schneefall erneut ein und machte dem Skitag ein schnelles Ende. Man suchte wieder einmal seine Pisten auf dem Plan um wieder ins Zielgebiet Scheffau zu gondeln.

Dort angekommen erfuhren dann die ersten Forchheimer, dass es auch einen Skiunfall in der Gruppe gegeben hatte. Bereits am Vormittag hatte ein Jugendlicher einen schweren Sturz, der einen Abtransport mit der Bergwacht und Gondelbahn zur Folge hatte. Ein Oberarmbruch wurde anschließend in Klinikum Kufstein diagnostiziert und als die ersten Leichtathleten nachmittags wieder Scheffau erreichten, war der junge Mann bereits  erfolgreich und ohne Komplikationen operiert worden und sein mit ihm gefahrener Vater gab Entwarnung. Dies war der erste Skiunfall bei den Leichtathleten und wir wünschen dem „Bruchpiloten“ von hier aus die beste Genesung und hoffen dass er recht bald wieder auf die Beine kommt.

Pünktlich um Fünf nach Fünf rollte aber der Rest der Truppe wieder nach Forchheim. Nach einem kurzen Stopp am Klinikum Kufstein, mit der positiven Meldung über die gut verlaufene OP, ging es anschließend auf die Autobahn, die sich im Laufe des Nachmittags in eine einzige Eisbahn verwandelt hatte. Im Kriechgang ging es zum Inntaldreieck und der Schnee wurde immer dichter. Von Streufahrzeugen keine Spur. In Richtung München zähfließender Verkehr, Ostumgehung München - Schneckentempo, A 8 - Tempo 60 km/h nach Forchheim. Zumindest wurde einem nicht schwindelig von der Geschwindigkeit. Eine Pause im „Schachtelwirt“ zum Goldenen M in Greding von einer dreiviertel Stunde (unser Fahrer musste seine Ruhezeiten einhalten) stieß beim Jungvolk auf Jubel und so musste auch niemand verhungern. Über ein Tässchen heißen Kaffee waren auch die Oldies nicht böse.

Nach über 6 Stunden Fahrt war dann um 23.00 Uhr jeder froh, wieder heil und sicher am Ziel zu sein. Schnell noch verabschieden, Ski zusammen suchen, alles im Auto verstauen, Kinder durchzählen, Scheiben frei kratzen und endlich nach Hause, mit der Aussicht auf Ausschlafen. Denn Gott sei Dank waren wir ja am Samstag gestartet.